Wenn plötzlich der Strom ausfällt: So bist du zu Hause vorbereitet
Kein Licht, kein WLAN, der Herd bleibt kalt: Ein Stromausfall unterbricht vieles, was im Alltag selbstverständlich ist. Mit einigen einfachen Vorbereitungen kannst du dir zu Hause mehr Sicherheit verschaffen – und hast vielleicht schon mehr dafür im Schrank, als du denkst.
Du kommst nach Hause, drückst den Lichtschalter – und nichts passiert. Auch im Treppenhaus bleibt es dunkel. Der erste Griff geht zum Smartphone. Doch wie voll ist der Akku eigentlich? Und wo liegt die Taschenlampe? Solche Fragen lassen sich leichter beantworten, solange noch alles funktioniert. Dafür musst du weder einen Keller voller Spezialausrüstung anlegen noch auf einen Schlag viel Geld ausgeben. Ein guter Anfang ist, die eigenen Möglichkeiten zu kennen.
Was du schon hast, ist dein Ausgangspunkt
Eine Umfrage von Vergleich.org vom 9. Oktober 2026 unter 518 Befragten zeigt: 51,5 Prozent fühlen sich auf einen länger andauernden oder mehrtägigen Stromausfall eher schlecht oder überhaupt nicht vorbereitet. Dabei ist einiges vorhanden: 79 Prozent besitzen eine Taschenlampe, Stirnlampe oder batteriebetriebene Leuchte, 53 Prozent eine Powerbank. Die Zahlen beschreiben die befragte Gruppe; als repräsentativ weisen wir sie nicht aus.
Schau deshalb zunächst nach: Liegt noch eine Campinglampe im Schrank? Funktioniert die Taschenlampe? Passen die Ersatzbatterien? Und ist das Ladekabel bei der Powerbank?
Ein fester, gut erreichbarer Platz erspart dir später die Suche. Wer mit anderen zusammenwohnt, sollte ihn gemeinsam festlegen.

Licht und Informationen zuerst
Eine Taschenlampe neben dem Bett oder eine Akkuleuchte im Flur hilft dir, dich im Dunkeln zurechtzufinden. Eine Stirnlampe lässt beide Hände frei. Kerzen brauchen dagegen einen standsicheren, feuerfesten Platz und dürfen nie unbeaufsichtigt brennen.
Für Nachrichten solltest du dich nicht allein auf das Smartphone verlassen: Bei einem größeren Ausfall können auch Internet und Mobilfunk beeinträchtigt sein. Eine geladene Powerbank hilft beim Nachladen, ersetzt aber keine funktionierende Verbindung.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio. Anders als eine Streaming-App braucht es keinen Internetzugang. Probiere Empfang und Bedienung vorher aus. Auch wichtige Telefonnummern auf Papier und die Kenntnis örtlicher Notfalltreffpunkte können hilfreich sein.
Ein Vorrat, der zu deinem Alltag passt
Was könntest du essen, wenn Herd und Kühlschrank ausfallen? Knäckebrot, Nüsse, haltbare Aufstriche oder verzehrfertige Konserven können eine unkomplizierte Mahlzeit ergeben. Denk bei Dosen auch an einen manuellen Öffner. Das BBK empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Bereits ein Vorrat für drei Tage ist ein hilfreicher Einstieg. Als Orientierung gelten zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag, davon ein halber Liter zum Kochen. Besondere Bedürfnisse und die Versorgung von Haustieren kommen hinzu.
Du kannst den Vorrat nach und nach aufbauen: Kaufe etwas mehr von dem, was du ohnehin magst, verbrauche ältere Produkte zuerst und ergänze sie beim nächsten Einkauf.

Wärme und Essen brauchen keine großen Experimente
Warme Kleidung und Decken helfen, wenn auch die Heizung ausfällt. Das BBK rät, sich möglichst in einem Raum aufzuhalten, die Türen geschlossen zu halten und trotzdem regelmäßig zu lüften.
Für warme Mahlzeiten kann vorhandene Campingausrüstung nützlich sein – allerdings nur entsprechend ihrer Gebrauchsanweisung. Outdoor-Kocher gehören nicht in die Wohnung. Auch ein Grill darf niemals drinnen betrieben werden: Es besteht Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid. Wer keinen geeigneten Außenbereich hat, plant besser mit Lebensmitteln, die kalt gegessen werden können. Etwas Bargeld ist ebenfalls sinnvoll, weil Geldautomaten ausfallen können.
Dein erster Schritt kann heute ganz klein sein
Du musst nicht alles an einem Nachmittag erledigen. Lade heute die Powerbank, teste die Taschenlampe und überlege beim nächsten Einkauf, welche Vorräte fehlen.
Sprich auch mit den Menschen, mit denen du wohnst: Wer kennt sich mit dem Radio aus? Wo liegen Batterien und Kabel? Und wer in der Nachbarschaft könnte Unterstützung brauchen? Vorbereitung lässt sich teilen. So entsteht Schritt für Schritt ein Zuhause, in dem du auch bei einer unerwarteten Unterbrechung weißt, was du tun kannst.
Häufige Fragen zur Vorbereitung auf einen Stromausfall
Muss ich sofort einen Vorrat für zehn Tage kaufen?
Du kannst klein anfangen. Das BBK nennt bereits drei Tage als hilfreichen Einstieg. Baue deinen Vorrat passend zu Budget, Platz und persönlichen Bedürfnissen aus.
Reichen Smartphone und Powerbank für Informationen?
Nur solange die benötigten Netze funktionieren. Ein Radio mit Batterien oder Kurbel bietet einen zusätzlichen Empfangsweg ohne Internet.
Brauche ich eine teure Powerstation?
Für die hier beschriebenen ersten Schritte ist sie keine Voraussetzung. Prüfe zunächst, welche Versorgung du tatsächlich brauchst und was bereits vorhanden ist.
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