Wir lieben Hundefotos: Diese Rasse landet besonders oft vor der Kamera

Wer einen Hund hat, braucht für eine gut gefüllte Fotogalerie eigentlich keine spektakulären Reisen. Es genügt ein Nachmittag zu Hause. Der Hund schläft in einer bemerkenswert unbequemen Position auf dem Sofa? Foto. Er schaut erwartungsvoll Richtung Küche? Foto. Er sitzt im Auto und sieht aus, als würde er über die großen Fragen des Lebens nachdenken? Natürlich ebenfalls ein Foto. Aber welche Hunde knipsen wir besonders gerne? Die "her Lifestyle"-Kynologen haben recherchiert!
(Bildquelle: Valeria Dubych (Unsplash))

19. September 2026 6 Minuten

Auf unseren Smartphones sammeln sich unzählige kleine Momentaufnahmen. Selfies, Familie, Freunde, Reisen - und Hunde! Hunde begleiten uns schließlich nicht nur bei besonderen Erlebnissen, sondern mitten durch den Alltag – und genau dort zücken wir offenbar besonders gerne das Smartphone.

Doch welche Vierbeiner landen besonders häufig vor der Kamera? Dieser Frage ist die Fotobuch-App Popsa nachgegangen und hat dafür Millionen Kundenfotos aus den Jahren 2024 und 2025 analysiert. Das Ergebnis fällt überraschend deutlich aus: Der Pudel führt das weltweite Ranking zum zweiten Mal in Folge an und erreicht einen erheblich höheren Wert als Retriever, Hounds oder Schnauzer.

Millionen private Fotos zeigen ein interessantes Muster

Die Untersuchung ist keine repräsentative Erhebung sämtlicher Hundefotos weltweit. Ihre Grundlage bilden aber Millionen Bilder von Popsa-Nutzern. Ein interessanter Ansatz. Denn anders als bei Rankings, die auf Umfragen oder öffentlich sichtbaren Social-Media-Posts beruhen, geht es hier um Fotos, die tatsächlich in privaten Smartphone-Bibliotheken gespeichert wurden.

Nach Angaben von Popsa wurden die Aufnahmen dabei nicht von Mitarbeitern des Unternehmens angesehen. Mithilfe von Machine Learning erkennt die App direkt auf dem jeweiligen Endgerät, ob ein Hund auf dem Foto zu sehen ist, und ordnet ihm die wahrscheinlichste Rasse beziehungsweise Rassegruppe zu. Für die Analyse werden anschließend anonymisierte Labels zusammengeführt.

Aus deren Häufigkeit entstand ein Foto-Index zwischen 0 und 100. Die am häufigsten erkannte Kategorie erhält den Referenzwert 100.

Wichtig für die Einordnung: 100 Punkte bedeuten nicht, dass auf 100 Prozent der untersuchten Hundefotos ein Pudel zu sehen war. Der Index zeigt vielmehr, wie häufig die einzelnen Kategorien im Verhältnis zueinander vorkommen.

Der Pudel liegt mit deutlichem Abstand vorn

Mit einem Foto-Index von 100 steht der Pudel an der Spitze des Rankings. Erst mit deutlichem Abstand folgen Retriever mit 54 Punkten. Unter dieser Bezeichnung fasst Popsa mehrere Retriever-Rassen zusammen, darunter Labrador, Golden Retriever und Flat-Coated Retriever.

Auf Platz drei folgen Hounds mit 48 Punkten. Der Schnauzer erreicht 46 Punkte und Platz vier, Spaniel kommen mit 37 Punkten auf Rang fünf.

Die vollständigen Top 10 sehen so aus:

Platz Rasse/Rassegruppe Foto-Index
1 Pudel 100
2 Retriever 54
3 Hound 48
4 Schnauzer 46
5 Spaniel 37
6 Terrier 26
7 Deutscher Schäferhund 26
8 Beagle 24
9 Bichon Frisé 21
10 Setter 18

Auffällig ist vor allem der große Abstand zwischen Platz eins und zwei. Der Retriever erreicht im Index nur etwas mehr als die Hälfte des Pudel-Werts – obwohl „Retriever“ hier gleich mehrere Rassen umfasst. Ähnliches gilt für Kategorien wie Hound, Spaniel und Terrier.

Genau deshalb sollte man das Ergebnis nicht als wissenschaftlich exakte Rangliste einzelner Hunderassen interpretieren. Es zeigt vielmehr, welche von der Software erkannten Hunde innerhalb der untersuchten Fotobibliotheken von Popsa-Nutzern besonders häufig auftauchen.

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Was macht den Pudel zum Fotoliebling?

Warum ausgerechnet der Pudel so deutlich vorne liegt, lässt sich anhand der Daten nicht beantworten. Sein Erscheinungsbild liefert allerdings zumindest Stoff für plausible Erklärungen: Das charakteristische lockige Fell, unterschiedliche Schermöglichkeiten sowie verschiedene Größen und Farben sorgen für eine große optische Vielfalt. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) unterscheidet Groß-, Klein-, Zwerg- und Toypudel sowie zahlreiche Farbvarianten.

Vielleicht steckt hinter dem Spitzenplatz aber auch etwas viel Alltäglicheres. Je stärker ein Hund in das Leben seiner Menschen eingebunden ist, desto häufiger entstehen Situationen, in denen spontan das Smartphone gezückt wird: beim Spaziergang, auf dem Sofa, im Café, im Urlaub, im Auto oder neben dem Schreibtisch im Homeoffice.

Ob Pudel tatsächlich besonders häufig fotografiert werden, weil sie als ausgesprochen fotogen empfunden werden, besonders oft ihre Menschen begleiten oder innerhalb der Popsa-Nutzerschaft schlicht überdurchschnittlich häufig vertreten sind, lässt sich aus der Untersuchung nicht ableiten.

Und genau diese Unterscheidung ist wichtig: Das Ranking sagt weder, welcher Hund „am schönsten“ ist, noch welche Rasse weltweit am beliebtesten ist. Es zeigt, welche erkannten Hunde in den untersuchten privaten Fotobibliotheken besonders häufig vorkommen.

Pudel (c) Tuomas Härkönen (Unsplash).webp
Pudel (c) Tuomas Härkönen (Unsplash).webp

Der Setter schafft es neu in die Top 10

Während der Pudel seine Spitzenposition behauptet, hat sich am Ende der Rangliste etwas verändert. Der Setter verbessert sich gegenüber dem vorherigen Ranking um drei Plätze und erreicht mit einem Foto-Index von 18 den zehnten Rang.

Nicht mehr unter den ersten zehn vertreten ist dagegen die Bulldogge. Popsa bringt diese Entwicklung mit einem möglicherweise zunehmenden Interesse an Familienhunden in Verbindung, bei denen weniger gesundheitliche Probleme aufgrund extremer Kurzköpfigkeit zu erwarten sind.

Dass brachycephale, also kurzköpfige Hunderassen von gesundheitlich problematischen Zuchtmerkmalen betroffen sein können, ist unabhängig von Popsas Interpretation gut dokumentiert. Ob diese Diskussionen tatsächlich eine Rolle dabei spielen, dass Bulldoggen in den Fotodaten zurückgefallen sind, lässt sich anhand der Untersuchung allerdings nicht feststellen.

Unsere Fotogalerie ist längst ein Tagebuch geworden

Vielleicht erzählt das Ranking am Ende sogar mehr über uns Menschen als über unsere Hunde. Denn bemerkenswert ist nicht nur, welche Rasse am häufigsten auftaucht, sondern dass private Smartphone-Bibliotheken überhaupt genug Material für eine solche Auswertung liefern. Unsere Fotogalerie ist zu einer Art visuellem Alltagstagebuch geworden. Früher fanden vielleicht einige ausgewählte Aufnahmen ihren Weg ins Familienalbum. Heute entstehen innerhalb weniger Minuten zehn Fotos derselben Situation – und oft bleiben sie einfach auf dem Smartphone gespeichert.

Bei Haustieren zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Wir fotografieren Hunde nicht nur an Geburtstagen, im Urlaub oder bei besonderen Ausflügen. Gerade die unspektakulären Momente scheinen uns festhaltenswert: ein bestimmter Blick, eine seltsame Schlafposition, der Kopf auf dem Sofakissen oder der Ball, der zum gefühlt hundertsten Mal auffordernd vor unseren Füßen landet.

Darin unterscheiden sich private Fotogalerien auch von sozialen Netzwerken. Auf Instagram oder TikTok landet eine Auswahl dessen, was wir anderen zeigen möchten. Auf dem Smartphone bleiben dagegen auch die kleinen, unperfekten Augenblicke: verwackelte Schnappschüsse, fünf nahezu identische Bilder vom Spaziergang und natürlich jenes Gruppenfoto, auf dem der Hund fantastisch aussieht – während alle anderen gerade blinzeln.

Vielleicht ist genau das der schönste Aspekt dieser Untersuchung. Unsere Smartphones dokumentieren nicht nur besondere Ereignisse. Sie zeigen, wem und was wir im ganz normalen Alltag Aufmerksamkeit schenken. Und Hunde haben sich dort offensichtlich einen ziemlich großen Platz gesichert.

FAQ: Die meistfotografierten Hunde der Welt

Welche Hunderasse wird laut Popsa besonders häufig fotografiert?
Der Pudel steht im Popsa-Ranking 2026 mit einem Foto-Index von 100 auf Platz eins. Grundlage der Auswertung sind Millionen Kundenfotos aus den Jahren 2024 und 2025.

Welche Hunde folgen hinter dem Pudel?
Retriever erreichen mit einem Indexwert von 54 Platz zwei. Dahinter folgen Hounds mit 48 und Schnauzer mit 46 Punkten. Auf Rang fünf liegen Spaniel mit 37 Punkten.

Ist der Pudel damit eindeutig die meistfotografierte Hunderasse weltweit?
Nicht im wissenschaftlich-repräsentativen Sinn. Die Analyse basiert auf Millionen Bildern aus dem Umfeld der Fotobuch-App Popsa und bildet damit nicht sämtliche Hundebesitzer oder Smartphone-Fotos weltweit ab.

Werden die privaten Fotos für die Untersuchung von Menschen angesehen?
Nach Angaben von Popsa nicht. Die Erkennung der Hunde und ihrer wahrscheinlichsten Rasse erfolgt mithilfe von Machine Learning direkt auf dem Endgerät. Für die Analyse werden anschließend anonymisierte Labels zusammengeführt.

Welche Hunderasse ist im Ranking besonders aufgestiegen?
Der Setter konnte sich gegenüber dem vorherigen Ranking um drei Positionen verbessern und erreicht mit einem Foto-Index von 18 Platz zehn. Die Bulldogge ist dagegen nicht mehr in den Top 10 vertreten.

Stammt der Pudel aus Deutschland oder Frankreich?
Die Zuordnung ist nicht ganz so eindeutig, wie manche Darstellungen vermuten lassen. Popsa bezeichnet den Ursprung als deutsch. Die Fédération Cynologique Internationale führt dagegen Frankreich als Ursprungsland und Französisch als offizielle Originalsprache im aktuell gültigen Rassestandard.

Quellen und Anmerkungen:

  • Popsa: The most photographed dog breeds in the world, Georgina Groom-Rietschy, 5. August 2026; Methodik und Ranking auf der Unternehmenswebsite. Abruf: 16. September 2026. Popsa – The most photographed dog breeds in the world
  • Popsa/Fleaky: Presseinformation „Pudel schlägt Retriever: Das sind die meistfotografierten Hunderassen der Welt“, 16. September 2026.
  • Fédération Cynologique Internationale (FCI): Rassennomenklatur und Standard Nr. 172, Pudel/Caniche, gültiger offizieller Standard vom 20. März 2024. FCI – Pudel (Caniche)

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