Vertikutieren im Herbst: Dieser eine Punkt entscheidet über deinen Rasen
Im Herbst kann Vertikutieren den Rasen stärken – oder unnötig schwächen. Entscheidend ist, ob er vor dem Winter noch genug Zeit zum Nachwachsen hat. Wir zeigen, wann sich der Einsatz lohnt, wann du besser wartest und welche Vertikutierer 2026 überzeugen.
Das Wichtigste in Kürze 🌱
- Vertikutieren im Herbst ist möglich, wenn der Rasen noch aktiv wächst und anschließend mindestens zwei bis vier milde Wochen bleiben.
- Der Boden sollte leicht feucht sein: Auf nassem, sehr trockenem oder bereits kaltem Boden} n wird der Rasen unnötig geschädigt.
- Im Herbst genügt meist ein flacher Durchgang. Die Messer sollen den Boden nur wenige Millimeter anritzen.
- Bei leichtem Rasenfilz ist Lüften oft die bessere Wahl, weil die Grasnarbe dabei weniger stark beansprucht wird.
- Kahle Stellen müssen direkt nachgesät und bis zur Keimung gleichmäßig feucht gehalten werden.
- Ist der Rasen geschwä"); } och droht bald Frost, solltest du das Vertikutieren auf das Frühjahr verschieben.
Vertikutieren im Herbst: ja oder nein? An dieser Frage scheiden sich regelmäßig die Gartengeister. Die einen holen im September selbstverständlich noch einmal den Vertikutierer aus dem Schuppen. Die anderen warnen davor, den Rasen kurz vor dem Winter zusätzlich zu strapazieren. Tatsächlich können beide Seiten recht haben.
Denn nicht das Datum entscheidet, sondern ein Punkt, der bei vielen gut gemeinten Pflegeaktionen übersehen wird: Hat der Rasen nach dem Vertikutieren noch genügend Zeit und passende Bedingungen, um sich vollständig zu erholen? 🌱
Genau davon hängt ab, ob die herbstliche Rasenpflege zu einer dichten, gesunden Fläche führt – oder ob kahle Stellen, Unkraut und Frostschäden zurückbleiben. Wir erklären, wann Vertikutieren im Herbst sinnvoll ist, wann du besser bis zum Frühjahr wartest und welches Gerät zu deinem Garten passt.
Vertikutieren im Herbst: Der Monat allein entscheidet nicht
Immer wieder ist zu lesen, dass man den Rasen im September oder spätestens Anfang Oktober vertikutieren könne. Solche Zeitangaben bieten eine grobe Orientierung, sind aber keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Ein milder September in Süddeutschland kann völlig andere Bedingungen bieten als derselbe Kalendertag in einer kühlen Höhenlage.
Der entscheidende Punkt ist deshalb die verbleibende Regenerationszeit. Beim Vertikutieren schneiden rotierende Messer senkrecht in die Grasnarbe. Dabei lösen sie Moos, abgestorbene Pflanzenreste und Rasenfilz. Gleichzeitig wird der Rasen jedoch vorübergehend geöffnet und beansprucht.
Damit daraus kein Problem wird, müssen die Gräser anschließend noch aktiv wachsen können. Nur dann schließen sie entstandene Lücken, bilden neue Triebe und verwurzeln sich ausreichend vor den ersten längeren Kältephasen.
Die wichtigste Herbstregel lautet daher: Vertikutiere nur, wenn für die nächsten Wochen noch mildes, gleichmäßiges Wachstumswetter zu erwarten ist. Der Boden sollte ausreichend warm, leicht feucht und gut bearbeitbar sein. Dauerregen, Frostnächte oder ein bereits eingestelltes Rasenwachstum sprechen dagegen. 🍂
Der schnelle Entscheidungs-Check:
- Der Rasen wächst noch sichtbar.
- Der Boden ist leicht feucht, aber weder nass noch hart.
- Für die kommenden zwei bis vier Wochen ist kein früher Wintereinbruch absehbar.
- Du kannst kahle Stellen direkt nachsäen und feucht halten.
- Der Rasen ist gesund und nicht mehr durch Hitze oder Trockenheit geschwächt.
Kannst du mehrere Punkte nicht sicher bejahen, ist Warten meist die bessere Entscheidung.
Wann Vertikutieren im Herbst wirklich sinnvoll ist
Eine zweite Vertikutierrunde im Jahr ist nicht automatisch notwendig. Sie kann sich aber lohnen, wenn sich nach einem feuchten Sommer eine dichte Moosschicht gebildet hat oder Rasenfilz Wasser und Nährstoffe kaum noch bis zum Boden gelangen lässt.
Auch stark beanspruchte Flächen können von der Maßnahme profitieren. Spielen Kinder regelmäßig auf dem Rasen, läuft der Hund immer dieselbe Strecke oder stand über Wochen ein Planschbecken an einer Stelle, kann die Grasnarbe verdichtet und ungleichmäßig sein. In solchen Fällen schafft vorsichtiges Vertikutieren Platz für eine gezielte Nachsaat.
Gute Voraussetzungen bestehen, wenn:
- der Rasen mindestens einige Jahre alt und kräftig verwurzelt ist,
- sich eine deutlich fühlbare Schicht aus Moos und abgestorbenem Material gebildet hat,
- Wasser stellenweise nur langsam in die Grasnarbe eindringt,
- der Rasen nach einer sommerlichen Belastung wieder aktiv wächst,
- milde Temperaturen und regelmäßige Niederschläge erwartet werden,
- anschließend genügend Zeit für Nachsaat und Regeneration bleibt.
Im Frühherbst treffen warme Böden häufig auf mehr natürliche Feuchtigkeit. Rasensamen können unter diesen Bedingungen gut keimen, während viele typische Wildkräuter nicht mehr so aggressiv wachsen wie im Hochsommer. Der Herbst kann deshalb ein ausgezeichnetes Zeitfenster für eine Reparaturkur sein – wenn man früh genug beginnt.
Vertikutiert wird im Herbst jedoch zurückhaltender als bei einer umfassenden Frühjahrssanierung. Meist reicht ein Durchgang in Längsrichtung. Nur bei starkem Filz ist ein zweiter, quer verlaufender Durchgang sinnvoll. Das Ziel ist nicht, möglichst viel Material aus der Fläche zu reißen, sondern die Grasnarbe kontrolliert zu öffnen. 🌿

In diesen Fällen solltest du bis zum Frühjahr warten
Manchmal ist Nichtstun die beste Rasenpflege. Ein stark vertrockneter, kranker oder frisch angelegter Rasen braucht Erholung und keine zusätzliche mechanische Belastung. Auch bei kahlen Flächen darf der Wunsch nach einer schnellen Lösung nicht dazu führen, dass die verbliebenen Gräser weiter geschwächt werden.
Nicht mehr vertikutieren solltest du, wenn:
- der Rasen nach dem Sommer noch gelb, trocken oder sichtbar geschwächt ist,
- der Boden sehr nass und weich ist,
- der Boden ausgetrocknet und hart geworden ist,
- bereits regelmäßige Nachtfröste drohen,
- das Gras kaum noch wächst,
- die Fläche erst vor wenigen Monaten neu angelegt wurde,
- du nach der Behandlung nicht mehr nachsäen oder ausreichend wässern kannst.
Besonders problematisch ist das Vertikutieren auf nassem Boden. Die Messer können gesunde Graspflanzen mitsamt ihren Wurzeln herausziehen, während die Räder Spuren hinterlassen und den Untergrund zusätzlich verdichten. Auf sehr trockenem Boden dringen die Messer dagegen ungleichmäßig ein und können die Grasnarbe unnötig aufreißen.
Ist es bereits zu spät, musst du den Rasenfilz nicht den ganzen Winter ignorieren. Entferne regelmäßig Laub und lose Pflanzenreste, mähe bei weiterem Wachstum und vermeide eine dauerhaft geschlossene Laubdecke. Die eigentliche Vertikutierkur verschiebst du auf das Frühjahr, sobald der Rasen wieder kräftig wächst.
💡 Gut zu wissen: Moos ist häufig nicht nur die Ursache eines schwachen Rasens, sondern vor allem ein Symptom. Schatten, Staunässe, verdichteter Boden, ein ungeeigneter pH-Wert oder Nährstoffmangel können dafür sorgen, dass es immer wiederkehrt. Vertikutieren entfernt das sichtbare Moos – die Ursache musst du separat beheben.
Vertikutieren oder lüften: Im Herbst macht das einen Unterschied
Vertikutieren und Lüften werden häufig gleichgesetzt, dabei bearbeiten die Geräte den Rasen unterschiedlich intensiv. Beim Vertikutieren schneiden Messer in die Grasnarbe und lösen tiefer sitzenden Filz. Ein Rasenlüfter arbeitet meist mit Zinken, die Moos und abgestorbene Halme eher auskämmen.
Ist der Rasen insgesamt dicht und zeigt nur eine dünne Filzschicht, reicht im Herbst häufig das sanftere Lüften. Die Grasnarbe wird weniger stark geöffnet und kann sich schneller erholen. Das ist besonders sinnvoll, wenn das Zeitfenster bis zur kalten Jahreszeit bereits knapp wird.
Ein einfacher Test gelingt ohne Spezialwerkzeug: Schneide an einer unauffälligen Stelle ein kleines Stück der Grasnarbe aus und betrachte die Schicht zwischen grünen Halmen und Erde. Ist sie nur dünn und locker, besteht meist kein Grund für einen radikalen Einsatz. Fühlt sich die braune Filzschicht hingegen kompakt an und ist deutlich ausgeprägt, kann vorsichtiges Vertikutieren sinnvoll sein.
Für kleine Flächen lässt sich die schonende Pflege mit dem Gardena Combisystem-Rasenlüfter erledigen. Seine Zinken entfernen oberflächlichen Filz ohne Motor. Allerdings gehört bei vielen Angeboten kein Stiel zum Lieferumfang.
Wer punktuell etwas stärker arbeiten möchte, kann zum Gardena Combisystem-Vertikutier-Boy greifen. Das manuelle Gerät eignet sich vor allem für kleine Rasenstücke. Bei größeren Flächen wird die Arbeit damit schnell anstrengend.
Rasen im Herbst richtig vertikutieren: So gehst du vor
Der richtige Zeitpunkt allein reicht nicht. Auch Arbeitstiefe und Vorbereitung entscheiden darüber, wie schnell der Rasen wieder dicht wird. Plane die Maßnahme deshalb nicht spontan zwischen zwei Regenschauern, sondern als kleine Pflegekur mit anschließender Nachsaat.
1. Rasen beobachten und Wetterbericht prüfen
Warte, bis der Rasen nach Hitze und Trockenheit wieder sichtbar wächst. Suche anschließend ein trockenes Zeitfenster. Der Boden darf leicht feucht sein, die Halme sollten bei der Arbeit jedoch trocken sein. Ideal sind mehrere milde Tage ohne Starkregen oder Frost.
2. Rasen kurz mähen
Mähe die Fläche vor dem Vertikutieren auf ungefähr drei bis vier Zentimeter. Sehr langes Gras erschwert ein gleichmäßiges Arbeiten und verstopft den Fangkorb schneller. Extrem kurz sollte der Rasen allerdings ebenfalls nicht geschnitten werden.
3. Arbeitstiefe zunächst testen
Stelle die Messer nicht sofort maximal tief ein. Beginne an einer unauffälligen Stelle mit der höchsten beziehungsweise flachsten Einstellung. Die Messer sollen Filz und Moos lösen und den Boden lediglich wenige Millimeter anritzen. Wird viel frisches grünes Gras herausgezogen oder entstehen tiefe Rillen, arbeitet das Gerät zu aggressiv.
4. Zügig und in geraden Bahnen arbeiten
Führe den Vertikutierer gleichmäßig über die Fläche. Bleibe bei laufender Walze nicht auf einer Stelle stehen, denn dort können die Messer die Grasnarbe stark beschädigen. Im Herbst genügt bei leichtem bis mittlerem Filz normalerweise ein Durchgang.
5. Herausgelöstes Material entfernen
Auch Geräte mit Fangkorb sammeln nicht immer sämtliche Pflanzenreste ein. Reche die Fläche deshalb bei Bedarf noch einmal vorsichtig ab. Erst dann erkennst du, an welchen Stellen eine Nachsaat notwendig ist.
6. Kahle Stellen sofort nachsäen
Verteile geeignete Rasennachsaat auf offenen Bereichen und halte sie während der Keimung gleichmäßig feucht. Bei größeren Lücken kann eine dünne Schicht Rasenerde helfen, den Samen vor dem Austrocknen und vor Vögeln zu schützen.
7. Fläche vorübergehend schonen
Nach dem Vertikutieren sieht der Rasen häufig erschreckend dünn aus. Das ist bei einer verfilzten Fläche normal. Betritt ihn in den folgenden Tagen möglichst wenig und gib den Gräsern Zeit. Sobald die Nachsaat ausreichend hoch ist, darf wieder vorsichtig gemäht werden. ✂️

Die besten Vertikutierer 2026 für kleine und große Gärten
Welcher Vertikutierer der beste ist, hängt vor allem von Rasengröße, Filzmenge und gewünschtem Komfort ab. Kabelgeräte bieten dauerhafte Leistung, benötigen aber eine erreichbare Steckdose. Akku-Vertikutierer sind flexibler, während Handgeräte bei kleinen Flächen eine günstige Alternative darstellen.
Hinweis: Die folgende Auswahl ist ein redaktioneller Vergleich anhand von Ausstattung, Einsatzbereich und verfügbaren Produktinformationen. Die Geräte wurden von uns nicht selbst im Labor getestet.
Husqvarna S 138C: der hochwertige Allrounder
Der Husqvarna S 138C verbindet eine Arbeitsbreite von rund 38 Zentimetern mit einem 1.600-Watt-Motor. Neben einer Vertikutierwalze steht eine austauschbare Lüfterwalze zur Verfügung. Dadurch kann das Gerät sowohl für die gründliche Frühjahrspflege als auch für einen zurückhaltenderen Herbsteinsatz verwendet werden.
Mit einem Gewicht von etwa 19 Kilogramm läuft das Gerät vergleichsweise ruhig und spurtreu. Der 45-Liter-Fangkorb reduziert Arbeitsunterbrechungen. Für winzige oder stark verwinkelte Gärten ist das Modell allerdings größer und schwerer als nötig.
Geeignet für: anspruchsvolle Rasenpflege auf kleinen bis mittelgroßen Flächen.
Einhell GE-SA 1435/1: vielseitiges Preis-Leistungs-Modell
Der Einhell GE-SA 1435/1 kann vertikutieren, lüften und das gelöste Material auffangen. Dafür gehören eine Messerwalze und eine separate Lüfterwalze zur Ausstattung. Beide lassen sich ohne Werkzeug wechseln.
Der kabelgebundene Motor leistet 1.400 Watt, die Arbeitsbreite beträgt 35 Zentimeter. Mit mehreren Tiefeneinstellungen lässt sich das Gerät an den Zustand des Rasens anpassen. Der 28-Liter-Fangkorb ist praktisch, muss bei stark verfilzten Flächen jedoch relativ häufig geleert werden.
Geeignet für: alle, die mit einem Gerät gründlich vertikutieren und sanfter lüften möchten.
Bosch UniversalVerticut 1100: kompakt und leicht zu verstauen
Mit 32 Zentimetern Arbeitsbreite ist der Bosch UniversalVerticut 1100 schmaler als viele Konkurrenzmodelle. Das erleichtert das Manövrieren zwischen Beeten, Bäumen und Gartenmöbeln. Gleichzeitig bietet die Fangbox ein großzügiges Volumen von 50 Litern.
Der Holm und die Fangbox lassen sich für die Lagerung zusammenklappen. Mit 1.100 Watt besitzt das Gerät weniger Leistungsreserven als die besonders kräftigen Elektrovertikutierer, reicht für die regelmäßige Pflege überschaubarer Flächen jedoch meist aus.
Geeignet für: kleine, verwinkelte Gärten und wenig Platz im Geräteschuppen.
Einhell GE-SA 36/35 Li-Solo: komfortabel ohne Stromkabel
Beim Einhell GE-SA 36/35 Li-Solo versorgen zwei 18-Volt-Akkus den Motor. Das Gerät gehört zur Power-X-Change-Familie und ist daher besonders interessant, wenn bereits passende Einhell-Akkus vorhanden sind.
Mit 35 Zentimetern Arbeitsbreite, Vertikutier- und Lüfterwalze sowie Fangkorb deckt das Modell die wesentlichen Pflegeaufgaben ab. Das fehlende Kabel erleichtert die Arbeit rund um Bäume und Beete deutlich. Bei Solo-Angeboten sind Akkus und Ladegerät allerdings nicht enthalten – dieser Zusatzpreis sollte beim Vergleich berücksichtigt werden.
Geeignet für: kleine bis mittelgroße Gärten und vorhandene Power-X-Change-Akkus.
Einhell GC-SC 18/28 Li-Solo: wendig auf kleinen Flächen
Der Einhell GC-SC 18/28 Li-Solo arbeitet mit einem 18-Volt-Akku und einer 28 Zentimeter breiten Messerwalze. Damit ist er deutlich kompakter als viele 36-Volt-Modelle. Schmale Durchgänge und kleine Rasenstücke lassen sich bequem bearbeiten.
Für einen großen, stark verfilzten Garten wäre das Gerät nicht unsere erste Wahl. Auf einer kleinen Stadtgartenfläche kann die wendige Bauweise jedoch wichtiger sein als maximale Arbeitsbreite. Auch hier gilt: Akku, Ladegerät, Fangkorb oder Lüfterwalze können abhängig vom Angebot separat zu erwerben sein.
Geeignet für: kleine Rasenflächen und alle, die ein leichtes Akku-Gerät suchen.
Makita UV3600: viel Leistung für hartnäckigen Rasenfilz
Der Makita UV3600 bringt es auf 1.800 Watt und gehört damit zu den besonders leistungsstarken Elektrogeräten dieser Auswahl. Die Arbeitsbreite beträgt 36 Zentimeter, der Fangkorb fasst rund 40 Liter.
Die hohe Leistung kann bei festem und ausgeprägtem Rasenfilz ein Vorteil sein. Gleichzeitig verlangt sie nach einer vorsichtigen Einstellung: Im Herbst sollte das Gerät zunächst sehr flach angesetzt werden. Mit mehr als 18 Kilogramm ist der Makita-Vertikutierer solide, aber nicht besonders leicht.
Geeignet für: mittelgroße, stärker verfilzte Rasenflächen.
AL-KO Combi Care 38.4 E: große Arbeitsbreite und großer Fangkorb
Der AL-KO Combi Care 38.4 E besitzt eine Arbeitsbreite von 38 Zentimetern und einen großen Fangkorb. Vertikutier- und Lüfterwalze machen ihn zum vielseitigen Pflegegerät für umfangreichere Rasenflächen.
Durch die breitere Walze sind weniger Bahnen notwendig. In engen Gärten kann das Gerät dafür etwas weniger wendig wirken. Wer eine größere, weitgehend freie Fläche pflegt, profitiert stärker von der Kombination aus Arbeitsbreite und Fassungsvermögen.
Geeignet für: größere Hausgärten mit wenigen Hindernissen.
Gardena Vertikutier-Boy: die manuelle Lösung
Nicht jede Rasenfläche rechtfertigt ein Motorgerät. Der Gardena Combisystem-Vertikutier-Boy löst Moos und Rasenfilz mithilfe seiner Zinken und einer rollenden Bewegung. Für kleine Flächen oder einzelne Problemzonen ist das eine einfache, stromlose Lösung.
Geeignet für: kleine Gärten, einzelne Problemstellen und gelegentliche Pflege.
Gardena Combisystem-Rasenlüfter: die sanfte Alternative
Der Gardena Combisystem-Rasenlüfter eignet sich zum Auskämmen oberflächlicher Ablagerungen und passt damit besonders gut zur vorsichtigen Herbstpflege. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob ein kompatibler Stiel bereits vorhanden oder im jeweiligen Angebot enthalten ist.
Geeignet für: leicht verfilzte, kleine Rasenflächen und eine schonende Pflege.
Akku, Kabel oder Handgerät: Was passt zu deinem Rasen?
Für viele Hausgärten bleibt ein kabelgebundener Elektrovertikutierer die wirtschaftlichste Lösung. Er bietet konstante Leistung, verursacht wenig Wartungsaufwand und ist sofort einsatzbereit. Voraussetzung ist eine Außensteckdose und ein ausreichend langes, für den Außenbereich geeignetes Verlängerungskabel.
Ein Akku-Vertikutierer lohnt sich besonders bei verwinkelten Flächen, weit entfernten Steckdosen oder bereits vorhandenen Systemakkus. Vor dem Kauf solltest du prüfen, wie viele Akkus das Gerät benötigt und ob sie im Lieferumfang enthalten sind. Gerade bei einem Gerät, das möglicherweise nur ein- oder zweimal pro Jahr eingesetzt wird, können zusätzliche Akkukosten den Gesamtpreis deutlich erhöhen. 🔋
Handgeräte sind leise, wartungsarm und günstig. Ihre Stärke liegt bei kleinen Flächen und gezielten Nacharbeiten. Einen stark verfilzten Rasen von mehreren Hundert Quadratmetern damit zu bearbeiten, ist dagegen unnötig mühsam.
Unsere schnelle Orientierung:
- Bis etwa 100 Quadratmeter: Handgerät oder kompakter Akku-Vertikutierer
- Etwa 100 bis 400 Quadratmeter: Elektro- oder Akku-Kombigerät
- Größere, offene Flächen: leistungsstarkes Elektrogerät mit breiter Walze
- Nur leichter Filz: Lüfterwalze statt aggressiver Messerwalze
- Starker, dichter Filz: kräftiger Vertikutierer und anschließende Nachsaat

Die häufigsten Fehler beim Vertikutieren im Herbst
Viele Rasenschäden entstehen nicht durch das Vertikutieren an sich, sondern durch eine zu aggressive oder schlecht vorbereitete Anwendung. Diese Fehler solltest du vermeiden:
Zu spät beginnen
Ein warmer Nachmittag im Oktober reicht nicht aus. Entscheidend sind die folgenden Wochen. Sinkt die Bodentemperatur dauerhaft, keimen Nachsaaten langsamer und vorhandene Gräser schließen Lücken nicht mehr zuverlässig.
Die Messer zu tief einstellen
Mehr herausgerissenes Material bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Messer, die tief durch den Boden pflügen, verletzen Wurzeln und öffnen unnötig große Flächen. Wenige Millimeter genügen normalerweise.
Auf nassem Rasen arbeiten
Feuchte Erde klebt an der Walze, der Fangkorb füllt sich schlecht und gesunde Pflanzen werden leichter aus dem Boden gezogen. Zudem können schwere Geräte tiefe Fahrspuren hinterlassen.
Geschwächten Rasen zusätzlich belasten
Ein durch Trockenheit, Krankheit oder starke Nutzung geschädigter Rasen benötigt zunächst Wasser, Nährstoffe und Erholung. Vertikutieren ist keine Soforthilfe für jede braune oder kahle Stelle.
Nach dem Vertikutieren nichts tun
Die Fläche ist nach der Behandlung offen. Ohne Nachsaat werden freie Stellen möglicherweise von Moos oder unerwünschten Wildkräutern besetzt. Plane Saatgut, Bewässerung und einige ruhige Wochen deshalb von Anfang an mit ein.
Rasenfilz mit Bodenverdichtung verwechseln
Ein Vertikutierer beseitigt keine tief sitzende Bodenverdichtung. Bleiben Pfützen lange auf dem Rasen stehen oder ist der Boden unter der Grasnarbe hart und luftarm, kann zusätzliches Aerifizieren sinnvoll sein. Dabei werden Löcher in den Boden gestochen, damit Luft und Wasser tiefer eindringen können.
Fazit: Im Herbst entscheidet die Zeit nach dem Vertikutieren
Vertikutieren im Herbst ist weder grundsätzlich richtig noch grundsätzlich falsch. Die entscheidende Frage lautet: Kann sich der Rasen danach noch vollständig regenerieren? Wächst er kräftig, ist der Boden leicht feucht und bleiben mehrere milde Wochen, kann eine vorsichtige Behandlung samt Nachsaat sehr sinnvoll sein.
Ist der Rasen dagegen trocken, geschwächt oder steht die kalte Jahreszeit unmittelbar bevor, bringt Geduld das bessere Ergebnis. Dann genügt es, Laub und lose Pflanzenreste zu entfernen und die gründliche Pflege auf das Frühjahr zu verschieben.
Und selbst wenn das Zeitfenster noch passt, gilt im Herbst: lieber etwas zu flach als zu tief, lieber einmal als dreimal und bei leichtem Filz lieber lüften als radikal vertikutieren. So startet dein Rasen nicht mit offenen Wunden, sondern möglichst dicht und widerstandsfähig in den Winter. 🌱🍂
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