Heizsaison beginnt: Richtig heizen und Geld bei den Heizkosten sparen
Draußen wird es kühler, drinnen soll es gemütlich bleiben. Mit ein paar einfachen Heizregeln sparst du Heizkosten und beugst gleichzeitig Schimmel vor.
Richtig heizen und Heizkosten sparen: Welche Temperaturen sinnvoll sind, wie du richtig lüftest und welche Heizfehler du vermeiden solltest.
🔥 Das Wichtigste im Überblick
Richtig heizen im Winter - Mit Köpfchen an den Heizkosten sparen
Morgens sind die Fliesen im Bad auf einmal verdächtig kalt, abends wird die Kuscheldecke auf dem Sofa wieder interessant – keine Frage: Die Heizsaison steht vor der Tür. Und damit jedes Jahr dieselben Fragen: Wann sollte man eigentlich heizen? Welche Temperatur ist richtig? Muss die Heizung nachts aus? Und spart es tatsächlich Energie, wenig genutzte Zimmer möglichst kalt zu lassen?
Gerade beim Heizen gilt: Mehr ist nicht automatisch besser – weniger allerdings auch nicht. Zu hohe Temperaturen treiben den Energieverbrauch nach oben. Werden Räume dagegen zu kalt und sammelt sich Feuchtigkeit, kann das Schimmel begünstigen. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus vernünftiger Raumtemperatur und richtigem Lüften. Umweltbundesamt
Wie warm sollte es in der Wohnung sein?
Nicht jedes Zimmer muss dieselbe Temperatur haben. Das Umweltbundesamt nennt als Orientierung 20 Grad im Wohnbereich, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für wenig genutzte Räume etwa 16 Grad und warnt davor, Räume zu stark auskühlen zu lassen.
Eine praktische Orientierung:
| Raum | Temperatur als Richtwert |
| Wohnzimmer | ca. 20 °C |
| Küche | ca. 18 °C |
| Schlafzimmer | ca. 17–18 °C |
| wenig genutzte Räume | ca. 16 °C |
Natürlich bleibt Wärmeempfinden individuell. Wer bei 20 Grad friert, muss nicht mit dicker Winterjacke auf dem Sofa sitzen. Die Werte sind Richtwerte und keine Vorschrift. Interessant für alle, die Heizkosten sparen möchten: Bereits kleine Veränderungen können etwas bewirken. Nach Angaben der Verbraucherzentrale kann ein Grad weniger Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent reduzieren. Verbraucherzentrale
Der klassische Fehler am Thermostat
Nach Hause kommen, frieren und sofort die Heizung auf Stufe 5 drehen? Verständlich – aber wirkungslos. Bei einem üblichen Heizkörperthermostat steht die Zahl nicht dafür, wie schnell der Heizkörper heizt, sondern für die gewünschte Raumtemperatur. Stufe 3 entspricht ungefähr 20 Grad, Stufe 2 etwa 16 Grad und Stufe 4 rund 24 Grad. Stufe 5 liegt ungefähr bei 28 Grad.
Wer also auf 5 dreht, bekommt die gewünschten 20 Grad nicht schneller. Die Heizung hört lediglich später auf zu heizen. Merksatz für den Winter: Stufe 3 bedeutet nicht halbe Kraft – sondern ungefähr 20 Grad.
Muss die Heizung nachts ausgeschaltet werden?
Komplett auskühlen lassen ist meist keine gute Strategie. Sinnvoller ist es, die Temperatur während der Nacht oder bei mehrstündiger Abwesenheit abzusenken. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei einigen Stunden Abwesenheit eine Absenkung auf etwa 18 Grad. Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls dazu, Thermostate nachts und beim Verlassen der Wohnung etwas herunterzudrehen, Räume jedoch nicht unnötig stark auskühlen zu lassen.
Wer morgens um sieben das Haus verlässt und erst am Abend zurückkommt, muss also nicht den ganzen Tag ein leeres Wohnzimmer auf Wohlfühltemperatur halten. Hier können programmierbare oder smarte Thermostate praktisch sein. Sie senken die Temperatur automatisch und beginnen rechtzeitig vor der Rückkehr wieder mit dem Heizen. Programmierbare Thermostate können etwa zehn Prozent Energie einsparen.

Richtig lüften: Fenster auf statt dauerhaft auf Kipp
Beim Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und sogar beim Atmen gelangt Feuchtigkeit in die Raumluft. Deshalb gehört Lüften auch im Winter unbedingt dazu. Es empfiehlt sich während der Heizperiode mehrmals täglich kurzes, kräftiges Stoßlüften. Im Winter reichen in der Regel etwa fünf bis zehn Minuten. Besonders effektiv ist Querlüften mit gegenüberliegenden geöffneten Fenstern. Währenddessen sollte die Heizung heruntergedreht werden.
Das Fenster dagegen stundenlang gekippt zu lassen, ist keine gute Lösung. Der Luftaustausch ist weniger effektiv, gleichzeitig geht Heizenergie verloren und Bereiche rund um das Fenster können stark auskühlen. Nach dem Duschen und Kochen sollte die entstandene Feuchtigkeit möglichst direkt nach draußen.
Ein kleines Hygrometer kann überraschend hilfreich sein
Ob die Luft in einem Raum tatsächlich zu feucht ist, lässt sich schlecht erfühlen. Ein Thermo-Hygrometer kostet wenig und zeigt sowohl Temperatur als auch relative Luftfeuchtigkeit an. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale bei Raumtemperaturen zwischen 18 und 22 Grad eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. In schlecht gedämmten Wohnungen empfiehlt das Umweltbundesamt im Winter im Normalfall sogar Werte unter 50 Prozent, weil kalte Außenwände das Schimmelrisiko erhöhen können.
Gerade im Schlafzimmer, Bad oder in älteren Wohnungen ist ein Hygrometer deshalb ein ziemlich unspektakuläres, aber sinnvolles kleines Helferlein.
Heizkörper brauchen Platz
Das Sofa direkt vor dem Heizkörper, bodenlange Vorhänge darüber und vielleicht noch die feuchte Wäsche auf der Heizung – damit macht man es der Wärme unnötig schwer. Heizkörper sollten möglichst frei stehen, damit sich die erwärmte Luft im Raum verteilen kann. Auch das Thermostat sollte nicht hinter Vorhängen oder Möbeln versteckt sein. Bei Möbeln an kalten Außenwänden empfiehlt das Umweltbundesamt zudem einen Abstand von mindestens zehn Zentimetern, um der Schimmelbildung vorzubeugen.
Wenn die Heizung gluckert
Ein gluckernder Heizkörper ist kein winterliches Hintergrundgeräusch, das man einfach hinnehmen muss. Wird ein Heizkörper trotz geöffnetem Thermostat nicht richtig warm oder gluckert deutlich, kann sich Luft im System befinden. Dann kann eine Entlüftung notwendig sein. Auch eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage zu Beginn der Heizperiode ist sinnvoll.
Wer zur Miete wohnt und unsicher ist oder die Heizung trotz Entlüftung nicht richtig funktioniert, sollte sich an Vermieter oder Hausverwaltung wenden.
Türen zwischen warmen und kalten Räumen besser schließen
Noch ein verbreiteter Irrtum: Das warme Wohnzimmer heizt das kalte Schlafzimmer einfach mit. Problematisch daran ist nicht nur der Energieverbrauch. Mit der warmen Luft gelangt auch Feuchtigkeit in den kälteren Raum. Dort kann sie an kalten Oberflächen kondensieren. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb ausdrücklich, nicht einen Raum über einen anderen mitzuheizen.
Besser: Räume individuell temperieren und Türen zwischen unterschiedlich warmen Zimmern geschlossen halten.

Die 7 häufigsten Heizfehler
Ein paar Gewohnheiten halten sich hartnäckig – obwohl sie wenig bringen oder sogar kontraproduktiv sein können:
1. Thermostat auf Stufe 5 drehen: Der Raum wird dadurch nicht schneller warm. Verbraucherzentrale
2. Fenster dauerhaft kippen: Besser kurz und intensiv stoßlüften. Umweltbundesamt
3. Räume komplett auskühlen lassen: Zu niedrige Temperaturen können in Verbindung mit Feuchtigkeit Schimmel begünstigen. Verbraucherzentrale
4. Heizkörper zustellen: Möbel und Vorhänge behindern die Wärmeverteilung. Umweltbundesamt
5. Beim Lüften weiterheizen: Thermostat während des Stoßlüftens herunterdrehen. Verbraucherzentrale
6. Kalte Zimmer durch warme Nachbarräume beheizen: Dabei gelangt auch Feuchtigkeit in den kälteren Raum. Umweltbundesamt
7. Gluckernde Heizkörper ignorieren: Werden sie nicht richtig warm, kann Entlüften notwendig sein. Umweltbundesamt
Kleine Veränderungen, die sich summieren
Niemand muss im Winter frieren, um vernünftig mit Energie umzugehen. Viel wirkungsvoller ist es, die eigene Heizroutine einmal kritisch anzuschauen. Ist das Wohnzimmer vielleicht ständig 23 statt 20 Grad warm? Läuft die Heizung während des Lüftens weiter? Versteckt sich ein Heizkörper hinter dem Sofa? Wird das Gästezimmer den ganzen Winter unnötig auf Wohlfühltemperatur gehalten?
Oft sind es genau diese kleinen Dinge, die sich über mehrere Monate bemerkbar machen.
Sinnvolle Helfer für die Heizsaison
Einige kleine Hilfsmittel können die Kontrolle erleichtern:
- Thermo-Hygrometer
- Programmierbare Heizkörperthermostate
- Smarte Heizkörperthermostate
- Heizkörper-Entlüftungsschlüssel
- Raumthermometer
Fazit: Warm wohnen, ohne zum Fenster hinauszuheizen
Richtiges Heizen bedeutet nicht, möglichst wenig zu heizen. Es bedeutet, dort zu heizen, wo Wärme gebraucht wird, Temperaturen bewusst einzustellen und Feuchtigkeit konsequent hinauszulüften.
Wer Thermostate sinnvoll nutzt, Heizkörper frei hält, regelmäßig stoßlüftet und Temperatur sowie Luftfeuchtigkeit im Auge behält, schafft ein angenehmes Raumklima – und kann gleichzeitig unnötigen Energieverbrauch vermeiden.
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